Kreuzweg - Seelsorgeraum Am See 2026
Menschen aus dem Seelsorgeraum Am See haben im Jahr 2026 ein gemeinsames Projekt verwirklicht und ein Heft für Kreuzwegandachten gestaltet. Zu jeder Kreuzwegstation wurden Gedanken verfasst sowie passende Gebete oder Meditationen formuliert oder ausgewählt.
Einleitung
(Einleitung und Abschluss von Pfarrer Gabriel Kozuch)
L: „Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt,
ich werde euch Ruhe verschaffen“, so spricht Jesus im Evangelium. Wir möchten heute betrachten, dass er selber eine sehr schwere Last tragen musste: sein
eigenes Kreuz und das unverschuldet. Sein Kreuz ist für uns ein Symbol, dass
Gott bereit ist, alles für uns zu tun, bis in die äußersten Extreme des Lebens.
Gebet
A: Herr, öffne unsere Herzen für die Betrachtung deines Kreuzweges, damit
wir Kraft haben, unsere eigenen Kreuze zu tragen und bereit werden,
die Kreuze unserer Mitmenschen solidarisch mitzutragen.
1. Station: Jesus wird zum Tode verurteilt
(Zusammengestellt von den „Spiris – Jugend mit Gott“ Katholische Jugendgruppe der Pfarre Weiden am See)
V: Wir beten dich an Herr Jesus Christus und preisen dich,
A: denn durch dein heiliges Kreuz hast du uns erlöst.
Bibelstelle
V: Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt
gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird. (Joh 3,17)
Gedanken
L: Jesus wird zum Tode verurteilt – und die Welt scheint zu schweigen. Ein Unschuldiger trägt das Urteil, das andere verdienen. Doch sein Kommen war nie darauf ausgerichtet, zu richten, sondern zu retten und neues Leben zu schenken. Wie oft urteilen auch wir vorschnell, hören nicht hin und sehen nicht mit dem Herzen. In Jesus begegnet uns eine Liebe, die nicht verurteilt, sondern trägt, heilt und befreit. Sein Schweigen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern Ausdruck tiefster Hingabe und das Vertrauen auf Gott,
der Rettung für alle will.
Gebet/Meditation
A: Im Angesicht des ungerechten Urteils stehen wir still und schauen auf Jesus. Sein Schweigen lädt uns ein, unser eigenes Herz zu prüfen. Wo richten wir andere, statt zu lieben? Wo fehlt uns Mut zur Wahrheit? In seiner Hingabe finden wir Trost und Kraft. Er zeigt uns einen Weg der Barmherzigkeit, der nicht verurteilt, sondern heilt und erneuert. Lass uns lernen, zu lieben und auf Gott zu vertrauen.
2. Station: Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern
(Zusammengestellt von Andrea Meran)
V: Wir beten dich an Herr Jesus Christus und preisen dich,
A: denn durch dein heiliges Kreuz hast du uns erlöst.
Bibelstelle
V: Aber er hat unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen. Wir meinten, er sei von Gott geschlagen, von ihm getroffen und gebeugt. (Jes 53,4)
Gedanken
L: Von weitem, aus sicherem Abstand sehe ich ihn, ich beobachte ihn.
Es ist mir alles viel näher, als mir lieb ist, es ist, als ginge ich mit ihm.
Das mitzuerleben, ist bedrückend, es macht mir zu schaffen.
Die Bürde ist viel zu schwer für einen Einzelnen, das kann nicht gut gehen.
Aber das ist schon 2.000 Jahre her. Ein Tagtraum.
Ich bin beunruhigt, wie die Szene weiterlebt.
Das Kreuz auf seinen Schultern –
es sind auf einmal alle Fragen meines Lebens da,
wo bin ich schuldig geworden?
Es geht auch um mein Leben.
Es war damals – und doch ist es heute.
(gekürzt – aus „Fünf Kreuzwege“, Heinrich Schnuderl)
Gebet/Meditation
A: Herr Jesus Christus,
du sagst: „Wer mir nachfolgt,
nehme sein Kreuz auf sich!“
Wenn uns Kreuze aufgeladen werden,
müssen wir nicht verzagen,
wir können als aufrechte Nachfolger
getrost mit dir und zu dir unterwegs sein.
Du Gott, der mitträgt und stärkt.
Amen
3. Station: Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz
(Zusammengestellt von Julia und Wolfgang Borbély)
A: Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich,
B: denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.
Bibelstelle
V: Denn wenn sie hinfallen, richtet einer den anderen auf. Doch wehe dem, der allein ist, wenn er hinfällt, ohne dass einer bei ihm ist, der ihn aufrichtet. (Koh 4,10)
Gedanken
L: Jesus stürzt zum ersten Mal. Nicht aus Schwäche, sondern weil die Last wirklich schwer ist. Sein Fall zeigt mir meine eigenen Stolpersteine: wenn Schule, Arbeit, Familie und Sorgen zu schwer werden. Kohelet 4,10 erinnert: Fallen ist menschlich, aber dabei allein bleiben ist schwierig. Ich brauche Menschen, die mir aufhelfen – und ich soll selbst aufrichten: zuhören, tragen helfen und nicht urteilen. Wenn Jesus wieder aufsteht, lädt er mich ein, nach jedem Sturz neu zu beginnen. Heute möchte ich jemanden anrufen, der einsam ist. Wenn ich heute falle, will ich den Mut fassen, um Hilfe zu bitten.
Gebet/Meditation
A: Jesus, du bist gefallen und trotzdem gibst du nicht auf.
Wenn ich hinfalle, schenke mir Menschen, die mich aufrichten.
Wenn andere fallen, gib mir Mut, die Hand auszustrecken.
Mach mein Herz aufmerksam und meine Hände bereit.
Und wenn mein Weg schwer wird: richte mich auf, Schritt für Schritt.
Amen.
4. Station: Jesus begegnet seiner Mutter
(Zusammengestellt von Valencija Brettlecker)
V: Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich,
A: denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.
Bibelstelle
V: Dadurch sollen die Gedanken vieler Menschen offenbar werden. Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen. (Lk 2,35)
Gedanken
L: Wie sehr musst du leiden und den Schmerz ertragen? Den Schmerz, nicht helfen zu können, einfach danebenzustehen und zusehen, wie dein Kind leidet. Das Kind, das du unter deinem Herzen getragen hast, das du an deine Brust gelegt hast, das du in deinen Armen in den Schlaf gewiegt hast, das zu dir gelaufen ist, wenn es sich wehgetan hat. Jetzt musst du zusehen, wie andere ihm weh tun. Du kannst nicht glauben, dass das die grausame Wirklichkeit ist, ein Alptraum, der deine Seele durchdringt wie ein Schwert.
Gebet/Meditation
A: Herr, in unserer größten Not stehst du uns bei als liebende Mutter und liebender Vater. Auch wenn es uns manchmal so vorkommt, als hättest du uns verlassen, bist du da
und fühlst unseren Schmerz und unsere Trauer. Du nimmst uns die Last nicht ab, du zeigst uns deine Liebe, so wie Maria das Kreuz nicht trug, aber ihren Sohn
in Liebe begleitet hat, bis hinauf nach Golgotha.
5. Station: Simon von Zyrene hilft Jesus das Kreuz tragen
(Zusammengestellt von Christane und Fritz Hess)
V: Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich,
A: denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.
Bibelstelle
V: Auf dem Weg trafen sie einen Mann aus Zyrene namens Simon; ihn zwangen sie, Jesus das Kreuz zu tragen. (Mt 27,32)
Gedanken
L: Die Nächstenliebe ist der Schlüssel unseres Glaubens, sie ist, was Christen ausmacht.
Auch ich treffe auf Menschen, die meine Hilfe
benötigen. Sehe ich sie, oder schaue ich nur zu und denke mir: „Mir hilft auch keiner!“ Muss ich
gezwungen werden zu helfen wie Simon? Mache ich ein paar Schritte auf sie zu oder gehe ich meinen Weg weiter? Nehme ich mir Zeit und ändere meine Richtung wie Simon von Zyrene? Sehe ich die Not meiner Mitmenschen, die auf der Schattenseite
leben und die Opfer von Ungerechtigkeiten sind?
Bin ich bereit den Hilflosen und Einsamen zu helfen, sie zu begleiten? Biete ich meine Hilfe, Flüchtlingen, Obdachlosen, Roma oder anderen Ethnien aktiv an? Wem helfe ich, sein Kreuz zu tragen?
Gebet/Meditation
A: Ich bin berufen
Ich bin berufen,
etwas zu tun oder zu sein,
wofür kein anderer berufen ist.
Ich habe einen Platz
in Gottes Plan,
auf Gottes Erde,
den kein anderer hat.
Ob ich reich oder arm bin,
verachtet oder geehrt
bei den Menschen,
Gott kennt mich
und ruft mich
bei meinem Namen.
(John Henry Newman)
6. Station: Veronika reicht Jesus das Schweißtuch
(Zusammengestellt von Elisabeth Sattler)
V: Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich,
A: denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.
Bibelstelle
V: Seid wachsam, steht fest im Glauben, seid mutig, seid stark!
Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe. (1 Kor 16, 13-14)
Gedanken
L: Die Menge drängt. Viele schauen zu.
Mitten in dieser Unruhe sehen wir Jesus.
Erschöpft. Gebeugt unter dem Kreuz.
Sein Gesicht ist gezeichnet von Schmerz
und Anstrengung.
Und da tritt eine Frau hervor. Veronika.
Sie drängt sich nicht mit Gewalt nach vorne.
Aber sie geht entschlossen und mutig.
Sie sieht seine Not und lässt sich von ihrem
Herzen leiten.
In ihren Händen – ein einfaches Tuch.
Sie schaut nicht nur zu. Sie handelt.
Sie hebt das Tuch und trocknet behutsam sein Gesicht.
Jesus lässt die Begegnung zu. Er nimmt die Liebe an.
Ich frage mich:
Stehe ich in der Menge und sehe zu?
Bin ich so mutig wie Veronika?
Oder bin ich selbst der oder die Erschöpfte, die ein Tuch braucht?
Gebet/Meditation
A: Herr,
gib auch mir den Mut,
nicht wegzusehen.
Lehre mich die Kraft der kleinen Schritte,
die Großes bewirken.
Gib mir Augen, die sehen,
ein Herz, das sich berühren lässt,
und Hände, die handeln.
7. Station: Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz
(Zusammengestellt von Helga Kaiserseder)
V: Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich,
A: denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.
Bibelstelle
V: Der Herr stützt alle, die fallen, und richtet alle Gebeugten auf. (Ps 145,14)
Gedanken
L: Jesus, wir sehen erneut deine Schwäche und dein Fallen und denken dabei
besonders an ältere Menschen, die durch ihre Gebrechlichkeit oft zu Boden
gehen. Du lädst uns ein, unseren Blick auf dich zu richten und im Gebet mit dir verbunden zu bleiben – gerade dann, wenn wir fallen, nicht mehr aufstehen können, Hilfe benötigen oder am liebsten aufgeben wollen. Du stärkst uns darin, weiterhin auf dich zu vertrauen. Selbst auf dem steinigen Weg begleitest du uns bis zum Ziel, wo du uns im Licht mit offenen Armen empfängst. Lasst uns beten für alle, die Mut, Trost und Zuversicht brauchen!
Im Kreuz ist Heil!
Im Kreuz ist Leben!
Im Kreuz ist Hoffnung!
Gebet/Meditation
A: Guter Gott, steh uns bei, wenn uns alles zu viel wird.
Schenke uns Kraft und Zuversicht!
Sei du selbst immer wieder neu unser Halt,
damit wir voll Vertrauen sagen können:
Dein Wille geschehe!
Amen.
8. Station: Jesus begegnet den weinenden Frauen
(Zusammengestellt von Sophie und Susanne Klaffenböck)
V: Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich,
A: denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.
Bibelstelle
V: Jesus wandte sich zu ihnen um und sagte: Ihr Frauen von Jerusalem,
weint nicht über mich; weint über euch und eure Kinder! (Lk 23,28)
Gedanken
L: Als Jesus sagt: „Weint nicht über mich; weint über euch und eure Kinder“, sieht er unsere Tränen und erinnert zugleich an das Leid, das aus Gewalt und Gleichgültigkeit entsteht.
Auch wir spüren Angst, Not und Spaltung.
Betroffenheit allein genügt nicht. Jesus ruft uns, Verantwortung zu übernehmen. Mit Menschlichkeit zu handeln, Frieden zu fördern und vor
allem nicht wegzusehen. Aus unserem Mitgefühl kann Mut werden. Mut für uns selbst und für alle,
die nach uns kommen werden.
Gebet/Meditation
A: Herr Jesus, du siehst unsere Tränen und unser Mitgefühl. Öffne unsere Herzen, dass wir nicht nur mitleiden, sondern auch mitverantwortlich
handeln. Schenke uns den Mut, uns unsere Menschlichkeit zu bewahren. Hilf uns, Frieden zu suchen und lass uns die Hoffnung teilen, gerade dort, wo uns Angst, Not und Spaltung bedrücken. Mögen unsere alltäglichen Schritte Spuren deiner Liebe hinterlassen.
9. Station: Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz
(Zusammengestellt von Bettina Stranz)
V: Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich,
A: denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.
Bibelstelle
V: Doch als ich stürzte, lachten sie und taten sich zusammen. Sie taten sich gegen mich zusammen wie Fremde, die ich nicht kenne. Sie hören nicht auf, mich zu schmähen. (Ps 35,15)
Gedanken
L: Beim dritten Fallen Jesu trifft mich nicht nur der Sturz selbst, sondern vor allem der Spott. Hinfallen passiert – auch ein zweites oder drittes Mal. Doch ausgelacht und im Stich gelassen zu werden von Menschen, denen man vertraut hat, das tut tiefer weh als jeder Sturz. Jesus kennt diesen Schmerz.
Er wurde verlacht, als er am Boden lag.
Und trotzdem blieb er nicht liegen. Er stand auf und ging weiter. Das macht mir Mut: Auch wenn Menschen enttäuschen – Gott bleibt. Er richtet mich auf und gibt mir Kraft für den nächsten Schritt.
Gebet/Meditation
A: Guter Gott,
manchmal ist nicht das Hinfallen das Schwerste,
sondern das Verlassenwerden.
Wenn Worte verletzen und die Kraft fehlt,
erinnere uns an Jesus, der nicht liegen geblieben ist.
Schenk uns Mut zum Aufstehen,
und Menschen, die mit uns ein Stück mitgehen.
Amen.
10. Station: Jesus wird seiner Kleider beraubt
(Zusammengestellt von Iris Holeschofsky)
V: Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich,
A: denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.
Bibelstelle
V: Sie verteilen unter sich meine Kleider und werfen das Los um mein Gewand. (Ps 22,19)
Gedanken
L: Wir blicken auf Jesus und sehen ihn
nackt und schutzlos,
degradiert zu einem Verbrecher.
Die Soldaten, die ihn seiner Kleider berauben,
legen damit eigenhändig die Wunden bloß,
die sie Jesus auf Befehl der Mächtigen
zugefügt haben.
Auch in unserer Zeit werden Menschen
in Gefängnissen und Hinrichtungsstätten,
aber auch in Politik, Beruf, Schule, Freizeit
und Familie missbraucht und bloßgestellt
von Menschen, die sich damit selbst als
Täter entlarven.
Am Kreuz solidarisiert sich Jesus mit den Opfern
und betet für die Täter:
„Vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!“
Gebet/Meditation
A: Mit welchem Blick schauen wir auf verwundete und bloßgestellte Menschen?
Mit dem der Gleichgültigkeit, der Sensationslust, der Selbstgerechtigkeit oder
dem des aufrichtigen Mitgefühls?
Welche Handlungen entspringen unserer Haltung?
Wie reagieren wir, wenn wir selbst verletzt oder bloßgestellt werden?
Gott hilf uns, damit wir lernen,
solidarisch und barmherzig zu handeln!
11. Station: Jesus wird an das Kreuz genagelt
(Zusammengestellt von Laura Tschida)
V: Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich,
A: denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.
Bibelstelle
V: Sie kamen zur Schädelhöhe; dort kreuzigten sie ihn und die Verbrecher,
den einen rechts von ihm, den anderen links. (Lk 23,33)
Gedanken
L: Kampflos lässt er sich kreuzigen, der König. Anderen hat er geholfen,
sich selbst kann er nicht helfen.
Resignation und Enttäuschung bei den Jüngern, Spott und Hohn bei den
Schaulustigen.
Aber Jesu Stunde ist noch nicht gekommen,
in der er seine Herrlichkeit offenbaren wird.
Doch warum musste er das erleiden?
Das Weizenkorn muss in die Erde fallen und
sterben, damit es reiche Frucht bringen kann.
Ohne Tod keine Auferstehung.
Jesus ist für unsere Sünden gestorben.
Durch sein Sterben hat er den Tod besiegt
und uns den Weg zum Himmel geöffnet.
Er will auch uns zur Herrlichkeit der
Auferstehung führen.
Den Weg hat er uns gezeigt: Selbstlose Hingabe
für seine Freunde, für uns.
Gebet/Meditation
A: Herr, Dein Name sei erhöht,
Herr, ich singe Dir zur Ehre.
Danke, dass du in mir lebst,
danke für Deine Erlösung.
Du kamst vom Himmel herab, zeigst uns den Weg.
Herr, Du hast am Kreuz bezahlt für meine Schuld.
Und sie legten Dich ins Grab, doch Du stiegst zum Himmel auf,
Herr, Dein Name sei erhöht.
(Übersetzung des Liedes „Lord I lift your name on high“ von Rick Founds)
12. Station: Jesus stirbt am Kreuz
(Zusammengestellt von Petra Dorrighi)
V: Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich,
A: denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.
Bibelstelle
V: Und Jesus rief laut: Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.
Nach diesen Worten hauchte er den Geist aus. (Lk 23,46)
Gedanken
L: Jesus stirbt am Kreuz – Jesus vertraut seinen Geist Gott an.
Wenn Jesus am Kreuz stirbt, so trägt dies die volle Symbolik für all das in sich,
was uns selbst in unserem Leben machtlos, ja kraftlos verzagen lässt.
Wenn Jesus seinen Geist seinem Vater anvertraut, so finden wir darin
die unendliche Liebe, mit der uns Gott auffängt und derer wir uns stets gewiss
sein dürfen.
Zwei unterschiedliche Formulierungen, die jeweils ganz verschiedene Sichtweisen in den Vordergrund rücken. Beides darf Platz haben in unserem Leben und findet zusammen in einer uns geschenkten Geborgenheit, aus der heraus wir im tiefen Vertrauen auf Gott alle Grenzen überwinden können.
Gebet/Meditation
A: Wenn das Omega zum Alpha wird,
zeigt sich Gottes Liebe unendlich
und unendlich stark.
Weder Raum noch Zeit
können uns dann von seiner
Allgegenwärtigkeit trennen.
Die Furcht beugt sich der Vertrautheit,
die Finsternis wird durch das Licht gebrochen,
die Liebe siegt.
13. Station: Jesus wird vom Kreuz abgenommen und in den Schoß seiner Mutter gelegt
(Zusammengestellt von Elisabeth Wenzel-Schwarz)
V: Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich,
A: denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.
Bibelstelle
V: Ich bin überzeugt, dass die Leiden der gegenwärtigen Zeit nichts bedeuten im Vergleich zu der Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll. (Röm 8,18)
Gedanken
L: Die Stille nach dem Leiden.
Alles ist still geworden.
Der Lärm der Menge verstummt.
Das Martyrium ist überstanden.
Maria hält ihren Sohn – den, den sie einst als Kind in den Armen trug.
Es gibt wohl kaum einen größeren Schmerz, als den einer Mutter,
die ihr eigenes Kind betrauert.
Dafür gibt es keine Worte.
Diese Station lädt uns ein, in die Stille des Schmerzes zu treten.
Maria hält Jesus fest, in tiefer Trauer und unendlicher Liebe,
die nicht mit dem Tod endet.
Wir dürfen darauf vertrauen, dass uns Gott als liebender Vater in unseren
dunkelsten Stunden nicht alleine lässt, auch wenn alles verloren scheint.
Jesu Sterben ist nicht das Ende und das Kreuz ein Symbol der Hoffnung,
der Karfreitag wird zum Ostermorgen.
Gebet/Meditation
A: Wenn ich müde bin
vom Weg zu den Sternen,
um den Menschen in der Nacht
ein bisschen Licht zu holen,
dann setze ich mich in die Stille,
und ich finde Dich, mein Gott.
Dann lausche ich der Quelle,
und ich höre Dich.
Ganz tief in mir selbst
und in allem was um mich ist,
spüre ich ein großes Geheimnis.
(Phil Bosmans)
14. Station: Der heilige Leichnam Jesu wird in das Grab gelegt
(Zusammengestellt von Martina und Martin Pieber)
V: Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich,
A: denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst.
Bibelstelle
V: Josef kaufte ein Leinentuch, nahm Jesus vom Kreuz, wickelte ihn in das Tuch und legte ihn in ein Grab, das in einen Felsen gehauen war. Dann wälzte er einen Stein vor den Eingang des Grabes. (Mk 15,46)
Gedanken
L: Jesus wird ins Grab gelegt und wie jeder Mensch bestattet.
Es herrscht Trauer.
Keiner kann mehr mit ihm sprechen, ihn hören oder sehen.
Wo ist er nun, den man das Licht der Welt, den man Gottes Sohn nannte?
Wo ist er nun, der nicht nur das Wort des Lebens verkündete,
sondern selbst das Wort des Lebens war?
Wo ist die Hoffnung auf das neue Leben?
Gebet/Meditation
A: Tot. Begraben.
All die Träume,
All die Hoffnungen,
für die Jesus stand.
Der Traum von Gerechtigkeit,
Die Hoffnung auf Erlösung.
Tot. Begraben.
Das Grab ist verschlossen,
der Stein vor den Eingang gerollt.
Stille. Grabesruhe.
Alles aus? Vorbei?
In der Stille
wächst neues Leben.
Zum Abschluss
A: Deinen Tod, o Herr, verkünden wir, Deine Auferstehung preisen wir,
bis Du kommst in Herrlichkeit.
L: So beten wir in jeder Messe. Am Ende des Kreuzweges bleibt die Hoffnung und die Liebe Gottes. Dort, wo alle anderen Sicherheiten aufhören und keine Macht mehr haben, bleiben wir geliebt und so dürfen wir unerschütterlich hoffen. Gottes Liebe ist stärker als der Tod. Das Kreuz und das Grab haben nicht das letzte Wort.
Bilder vom Neusiedler Kalvarienberg