Aschermittwoch als Fasttag für den Frieden

Messfeier mit Erteilung des Aschenkreuzes in der Pfarre Neusiedl am See und Weiden am See, 18 Uhr

Papst lädt alle Menschen am Aschermittwoch zu Fasten und Gebet für die Menschen in der Ukraine und den Frieden ein – Auch in österreichischen Diözesen Zeichen der Solidarität mit den Menschen in der Ukraine

Die Katholische Kirche begeht den heurigen Aschermittwoch als Fasttag für den Frieden in der Ukraine. Der Schatten des Kriegs in der Ukraine macht das Zeichen der Asche heuer noch bedeutungsschwerer. Papst Franziskus lädt am Aschermittwoch daher alle Menschen unabhängig von Religion und Weltanschauung zu Fasten und Gebet für die Menschen in der Ukraine und den Frieden ein. Auch in vielen österreichischen Diözesen steht der Beginn der Fastenzeit im Zeichen der Solidarität mit den Menschen in der Ukraine.

 

Zum Gebet um Frieden laden etwa Diözesanbischof Josef Marketz und der Superintendent Manfred Sauer in Kärnten ein. Der evangelische Superintendent werde am 2. März um 19 Uhr an der traditionellen Aschermittwochliturgie mit Bischof Marketz im Klagenfurter Dom teilnehmen, kündigte die Diözese Gurk-Klagenfurt am Montag an. Gemeinsam werde man um Frieden in der Ukraine beten.

 

Wie auch andere Diözesen hat die Kärntner Diözesanleitung bereits am vergangenen Wochenende in einem Schreiben die Pfarren auf den Aufruf von Papst Franziskus hingewiesen, den diesjährigen Aschermittwoch zu einem „Fast- und Gebetstag für den Frieden“ zu machen und für die Menschen in der Ukraine zu beten.

 

In Innsbruck rufen die christlichen Kirchen in Tirol und die Gemeinschaft Sant’Egidio für Dienstag (18 Uhr) zu einem ökumenischen Gebet um Frieden im Innsbrucker Jakobsdom auf. Nach Angaben der Diözese Innsbruck werden sich unter anderem Bischof Hermann Glettler, der evangelische Superintendent Olivier Dantine, der serbisch-orthodoxe Erzpriester Aleksander Stolic und der aus der Ukraine stammende katholische Pfarrer Volodymyr Voloshyn dem Gebet anschließen.

 

Auf der Innsbrucker Diözesanwebsite wurde zudem als Anregung ein eigenes Gebet veröffentlicht. Darin ergeht die Bitte an Gott: „Mit Deiner Hilfe wird es nicht zu spät sein, Entscheidungen zu ermöglichen, die Zerstörung und Elend verhindern. Im Namen all jener, die unmittelbar betroffen, bedroht und involviert sind, ersehnen wir das Wunder des Friedens – für die Ukraine, Russland und ganz Europa.“ (Vollständiger Wortlaut unter www.dibk.at/Meldungen/Gebet-um-Frieden-in-Europa)

 

Ebenfalls ein eigenes Gebet um Frieden in der Ukraine verfasst hat der Feldkircher Diözesanbischof Benno Elbs. Dieses ist auf der Webseite der Diözese abrufbar (www.kath-kirche-vorarlberg.at). Der Aschermittwoch sei ein „Tag der Solidarität“. „In einer Zeit, in der der Krieg die Nachrichten dominiert, rücken Tage wie der Aschermittwoch ganz neu ins Bewusstsein“, betonte die Diözese Feldkirch in einer Aussendung am Dienstag.

 

Die feierliche Messe um 18 Uhr im Stephansdom steht Kardinal Christoph Schönborn vor. Der Gottesdienst kann via Livestream der Erzdiözese Wien auf YouTube (https://www.youtube.com/watch?v=YeCXBoOD3a4) oder „radio klassik Stephansdom“ mitgefeiert werden. Im Salzburger Dom feiert Erzbischof Franz Lackner um 19 Uhr die Aschermittwochsliturgie mit anschließender Aschenkreuzauflegung (Live-Übertragung via www.salzburger-dom.at/live/live-video).

 

Aufruf zum Frieden

 

Papst Franziskus hatte sich den vergangenen Tagen immer wieder aktiv in die Friedensbemühungen eingebracht und u.a. ein Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj geführt sowie vielsprachige Friedensappelle ausgesprochen. „Jeder Krieg hinterlässt die Welt schlechter, als er sie vorgefunden hat“, so die Papst-Worte. Und er ergänzte: „Krieg ist ein Versagen der Politik und der Menschheit, eine beschämende Kapitulation.“

 

Mit dem Aschermittwoch beginnen die vierzig Tage der Fastenzeit. Sein Name geht auf den Brauch zurück, dass Gläubigen an diesem Tag zum Zeichen der Buße und Umkehr ein Kreuz mit Asche auf die Stirn gezeichnet, oder auf den Kopf gestreut wird. In seiner diesjährigen Fastenzeit hat Papst Franziskus die Christen aufgerufen, bewusst noch mehr Gutes zu tun. Auch wenn sie selber nicht immer die Früchte dieser Aussaat ernten, seien „kein noch so kleiner Akt der Liebe und keine noch so große Mühe vergeblich“, schreibt der Papst in seiner am vergangenen Donnerstag vom Vatikan veröffentlichten Fastenbotschaft 2022.