Frauenbotschaft von Velencija Brettlecker
Neben der Spur?
Wir lernen von Kindesbeinen an, Spuren zu folgen. Anfänglich sind es die unserer Eltern. Was sie wie machen, ist für uns ungefragt richtig, wir haben keine Idee davon, dass sie sich vielleicht auch mal unsicher sind und die Spur nicht finden. Die Kindesbeine werden länger und wir begeben uns auf eigene Spurensuche. Wir entdecken viele verschiedene Spuren, die uns in unbekannte Gebiete
führen und erkennen unter Schmerzen, dass nicht jede Spur unser Leben bereichert, sondern auch Spuren der Enttäuschung hinterlassen können. Das verletzt uns, lässt uns aber auch wachsamer werden und wir üben die Spurensuche, versuchen rechtzeitig zu unterscheiden, ob wir dieser Spur folgen können oder nicht, versuchen zu erahnen, ob uns diese Spur auf den richtigen Weg führt.
Im Laufe unseres Lebens begegnen wir vielen Menschen, die uns auf diesen Wegen begleiten, kürzer oder länger mit uns mitgehen und ihre Spuren hinterlassen. Es sind Wegbegleiter, die uns manchmal helfen in unserer Spur zu bleiben, weil sie sehen können, was für uns gerade nicht zu erkennen ist.
Diese Menschen sind Kraftquellen, sie stehen uns bei in Zeiten der vergeblichen Suche nach der richtigen Spur und sind geduldig an unserer Seite, wenn Seelennarben, die Spuren unserer Lebensverletzungen, scheinbar nicht heilen wollen. Manchmal sind wir dann diejenigen, die eine Spur legen und den Weg für andere vorgehen und ihn bahnen, wir versuchen diesen Weg zu
ebnen, damit es die Nachkommenden einfacher haben, den Weg zu wagen.
Margaret Fishback Powers Gedicht „Spuren im Sand“ beschreibt auf wunderbare Weise, wie es ist neben der Spur zu sein. Wenn Jesus mein Wegbegleiter ist, kann ich voll Vertrauen neben der Spur sein, neben seiner Spur.