Glaubenskarte

 

In unserer Gesellschaft zahlen die Menschen sehr oft mit der Karte oder online, also ohne Bargeld. An die Kredit- und Bankomatkarten haben wir uns schon gewöhnt. In manchen Ländern ist diese bargeldlose Zahlungsweise noch viel stärker als bei uns. Wie wäre es mit einer Glaubenskarte, nennen wir sie auf Neudeutsch: Faith-Card.

 

 

Womit könnte man sie laden? Was wäre der Kredit für unser Leben mit so einer Faith-Card? Was habe ich davon, wenn ich gläubig bin? Da meine ich nicht das Kirchengehen und schon gar nicht den Kirchenbeitrag, sondern was es mir bringt, welche Vorteile oder Freude ich davon habe, oder was ich am Positiven erlebe, wenn ich an Gott glaube?

 

 

Ich würde so eine Glaubenskarte mit einer starken Dreierwährung laden. Zuerst mit der Hoffnung. Nicht mit den Hoffnungen, also mit unseren Zukunftsvorstellungen, was wir uns wünschen, sondern mit der Hoffnung. Die echte Hoffnung ist die Offenheit für unvorstellbare Überraschungen, die das Leben bringt, die mir Gott schenkt. Sie hängt mit Vertrauen sehr eng zusammen. Ich traue Gott zu, dass er die Geschichte der Menschen in seinen Händen hat und in seinem Herzen trägt, dass er mich nie verlässt.

 

 

Die nächste Währung für die Glaubenskarte ist die Liebe. Wenn wir an Gott, der Liebe ist, glauben, wenn er selbst in der Bibel behauptet, er ist Liebe, dann heißt es auch, dass ich von ihm grenzenlos geliebt bin, dass ich mir seine Liebe nicht verdienen muss, dass sie mir bedingungslos geschenkt wird. Gott hat schon mit dem Grundeinkommen begonnen. Er stattet uns im Voraus mit seiner Liebe aus und wir dürfen daraus in unserem Leben etwas machen.

 

 

Die letzte Währung auf der Faith-Card ist die Dankbarkeit. Diese Dankbarkeit ist mehr als „Danke“ zu sagen. Sie ist eine tiefe, demütige und liebende Verbundenheit mit dem oder der Spender, Spenderin. In dieser Dankbarkeit kann ich für das danken, wofür ich sonst niemanden habe, um ihm danke dafür zu sagen.

 

Lassen wir uns die Faith-Card mit Hoffnung, Liebe und Dankbarkeit aufladen. 

Gabriel

Pfarrer