Liturgisches Miteinander

In unserer Pfarre hat die Vielfalt der Gottesdienste eine lange Tradition. Bei vielen liturgischen Formen war unsere Pfarre oft Vorreiterin neuer Formen. Die Eucharistiefeier, die Messe, bleibt und wird die wichtigste Form bleiben, aber nicht die einzige. Ich denke an die Kreuzwege, Maiandachten, Gebetskreise, an die regelmäßigen Kindergottesdienste, Gottesdienste für Trauernde („Weihnachten und Frühling ohne dich“), Schulgottesdienste und an die gelegentlichen Wort-Gottes-Feiern (Wortgottesdienste) in der Vergangenheit. Um diese Buntheit der liturgischen Gottesdienstformen fortzusetzen, haben wir mit mehr als 20 Menschen aus unserem Seelsorgeraum einen Kurs für die Leitung der Wort-Gottes-Feier gestartet und im Februar mit den regelmäßigen Wort-Gottes-Feiern begonnen. Wir wollten damit zeigen, dass die Pfarre auch dort lebt, wo der Pfarrer oder Priester nicht dabei ist, dass die Menschen auch so gern zusammenkommen, das Wort Gottes hören und Christus in ihrer Mitte feiern. Dazu sind wir getauft. Die Leiterinnen und Leiter der Wort-Gottes-Feier haben sich sehr sorgfältig vorbereitet und die liturgische Vielfalt bereichert. Jeder und jede hat das auf seine oder ihre eigene Art gemacht, und das macht die liturgische Welt bunt.


Über den Sommer hat uns die evangelische Kirche angesprochen und gefragt, ob wir bei ihrem Projekt der ökumenischen Gottesdienste im Sommer mitmachen würden. So gab es an jedem ersten Sonntag in den Sommermonaten in der evangelischen Vater Unser-Kirche einen sehr gut und kreativ zu verschiedenen Themen vorbereiteten ökumenischen Gottesdienst. Nach unserer Überlegung sollten ökumenische Gottesdienste nicht nur dann gefeiert werden, wenn die Feuerwehr ein neues Auto bekommt oder ein neues Geschäft eröffnet wird, um sich einheitlich zu präsentieren. Dieses liturgische Miteinander sollte zu einer regelmäßigen Gottesdienstform werden. Wir dürfen die Unterschiede zwischen den einzelnen Kirchen, vor allem im christlichen Bereich, nicht als Hindernisse sehen, sondern als verschiedene Zugänge zu demselben und uns alle liebenden Gott verstehen und in den Unterschieden Bereicherung finden. Oft sind die Unterschiede zwischen verschlossenen Katholiken größer als zwischen offenen Menschen der verschiedenen christlichen Kirchen.


So möchten wir die sommerliche ökumenische Tradition über das ganze Jahr fortsetzen und ab November an jedem ersten Sonntag im Monat die Abendmesse um 18.30 Uhr ökumenisch feiern. Ich bin überzeugt, dass wir das liturgische Leben in unserer Pfarre dadurch noch lebendiger machen werden und die Bitte Jesu: „Vater, ich bitte dich, dass sie untereinander eins sind“, dadurch ein wenig weiter erfüllen.

Guten Beginn des neuen Arbeits- und Schuljahres wünscht


Gabriel

Pfarrer