Wandlung

„Frag 100 Katholiken, was das Wichtigste ist in der Kirche. Sie werden antworten: die Messe. Frag 100 Katholiken, was das Wichtigste ist in der Messe. Sie werden antworten: die Wandlung. Sag 100 Katholiken, dass das Wichtigste in der Kirche die Wandlung ist. Sie werden empört sein: „Nein, alles soll so bleiben, wie es ist!“, so das Wortspiel oder Gedicht von Priester und Dichter Lothar Zenetti. In der Messe ist uns die Wandlung am wichtigsten, im Leben sagen wir oft lieber: „Es war immer so.“ Wobei auch bei der Messe nicht nur die Wandlung wichtig ist, sondern auch das, was uns Gott durch sein Wort mitteilen möchte, und die Gemeinschaft, die die Messe feiert.

 

Die Wandlung in der Messe ist aber mehr als nur eine kultische Handlung oder eine Erinnerung an das letzte Mahl. Es ist die Vergegenwärtigung der Gegenwart Gottes ins Hier und Jetzt, in unser Leben. Die liturgische Wandlung soll zur Wandlung in unserem Leben werden. Umkehr, Neuanfang nennt es die Theologie. Die Begegnung mit der Gegenwart Gottes in meinem Leben bewegt mich zum Umdenken bezüglich meines eigenen Lebens. Das hat Einfluss auf alle Bereiche unseres Lebens.

 

Im Monat November, vor allem am Anfang dieses Monats, beschäftigen wir uns mehr mit der Vergänglichkeit unseres Lebens, wir denken an unsere lieben Verstorbenen. Wenn wir die Wandlung auch in diesen Bereich des Lebens übertragen, dann kann der christlich geprägte Umgang mit dem Tod hoffnungsvoller sein als nur mit den Gedanken des Verlustes und der Trauer. Gerade die christliche Sicht stärkt uns, dass wir die Beziehung zu diesen Menschen weiterhin pflegen, anders als bisher, aber nach wie vor eine lebendige Beziehung, dass wir fähig werden, von der Trauer zur Dankbarkeit überzugehen, dass aus der Trauer des Verlustes schöne Erinnerungen im Herzen bleiben, dass wir den Tod nicht als Endstation betrachten, sondern als die dankbare Übergabe an Gott.

 

Gesegnete Novembertage.

Gabriel

Pfarrer